27.04.18
27.04.18

Verleger werden zu Contentmanagern

Gestern sprach Hansi Voigt, Watson-Gründer und Journalist, an einer Veranstaltung der SRG Basel über die Zukunft der Medien und deren Verleger. Zwar stand der Service Public und die Tagespresse im Fokus, es gibt aber durchaus Parallelen zu jenen, die sich dem Buchverlegen verschrieben haben.

Dezentralisierter Content statt Multimedia heisst das Zauberwort der verlegerischen Zukunft. Es werden keine «Silos» wie Zeitungen und Zeitschriften mehr gefragt sein, das klassische Verlagsgeschäft wird sich von der Produktion verabschieden, sich dafür aber auf den Inhalt und dessen «Transport» konzentrieren. Dies bedeutet jedoch kein «Runterfahren» der Verlagsleistungen, sondern eher eine Ausweitung derselben. Die neuen Transportwege werden zwar kostengünstiger sein, aber der Aufwand der Inhaltsaufbereitung und die Erschliessung der Transportwege wird die Budgets kaum entlasten.

Die neuen Vertriebsgenerationen entwickeln sich nicht aus den klassischen Verlegerdynastien. Jeder technologische Wandel bringt neue Players – die Glühbirnenproduzenten waren keine Kerzenzieher, die Autobauer keine Kutschenbauer. Google, Facebook sind derzeit jene, die den Markt beherrschen. Aber es werden neue kommen, unabhängige Blogchains, die Inhalte auf kostengünstigem Niveau zur Verfügung stellen und gänzlich auf Werbung verzichten. Verlage werden nicht mehr alle Prozesse in einer Hand halten können und daher auf Synergien mehr denn je angewiesen sein. Und schliesslich sind es die Nutzer, die in Zukunft bestimmen werden, welche Inhalte sie auf sich zukommen lassen wollen.

Auch jeden wissenschaftlichen Verlag müsste dieses Zukunftsmodell aufhorchen lassen. Bei LIBRUM P&E wird dieses teilweise bereits gelebt: Beweglichkeit, Wandelbarkeit, das Kooperationsmodell und das flexible und nutzerorientierte Geschäftsmodell sind Beispiele dafür.

Der Content und dessen Transport zählt. Das analoge Buch hat vorerst nicht ausgedient, muss sich aber dem veränderten Konsumverhalten seiner Leser anpassen, d.h. inhaltlich, sprachlich, visuell, strukturell, nutzenorientiert aufbereitet und dezentral analog und digital verfügbar sein.

Dominique-Charles R. Oppler, Verleger LIBRUM P&E

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