07.01.19
07.01.19

Der GPV XXIV jetzt erhältlich: Religion in Vindonissa – Kultorte und Kulte im und um das Legionslager.

Andrew Lawrence, mit Beiträgen von Örni Akeret, Sabine Deschler-Erb und Simon Kramis.

Aus dem Vorwort der Herausgeberschaft:

Wenngleich sich in den letzten Jahren unser Kenntnisstand zur römischen Religion mit all ihren Facetten durch viele religionshistorische und archäologische
Forschungen erweitert und vertieft hat, so blieb das Forschungsfeld «Militär und Religion» bisher weitgehend Gegenstand althistorischer Untersuchungen. Welche Fundstelle, wenn nicht das Legionslager in Vindonissa mit seinen Zivilsiedlungen, hätte das Potenzial, in diesem Forschungsfeld mit einem multidisziplinären Ansatz eine Wende einzuleiten?

Seit 120 Jahren sind in Vindonissa und seinem Umfeld wiederholt Baustrukturen und unzählige Funde zutage gekommen, die ein weites Spektrum von Orten
und Formen ritueller Kommunikation dokumentieren. Sie reichen von Zeugnissen privater Frömmigkeit in und ausser Haus bis hin zu kollektiven Handlungen an öffentlichen und gemeinschaftseigenen Kultplätzen im Rahmen der verschiedenen, sich in diesem Lebensraum bewegenden sozialen, zivilen und militärischen Gruppierungen aus der Zeit des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. Wie die jüngsten Funde – eine bislang einzigartige rituelle Deponierung von verbrannten Lammkeulen, Lampen und Münzen – zeigen, harren im Boden Vindonissas zweifellos noch viele weitere Zeugnisse religiöser Kommunikation ihrer Entdeckung und Entschlüsselung.

Ziel der Dissertation von Andrew Lawrence war, diese punktuellen Einblicke in den religiösen Alltag von Vindonissas Bewohnerinnen und Bewohnern in Zeit und Raum zu kontextualisieren und in das dynamische Sozialgefüge einzubinden. So hat er, ausgehend von der Analyse gesicherter Befundkontexte ritueller Handlungen im und um das Legionslager und den damit vergesellschafteten Fundensembles, versucht, die Kulttopografie des militärischen und zivilen Vindonissa in zeitlicher Tiefe zu erschliessen und zu katalogisieren. Der Einbezug weiterer spezifischer Fundgattungen, deren kultische Konnotationen über Formen bzw. Dekor und/oder Aufschriften gegeben sind oder vermutet werden, erlaubte schliesslich eine Verdichtung und Ergänzung des gewonnenen Bildes mit weiteren und anderen Spuren individueller Gesten und gemeinschaftlicher Rituale.

Lanciert wurde dieses Forschungsprojekt im Jahr 2009 als Dissertation an der vom Kanton Aargau mitfinanzierten Vindonissa-Professur der Universität Basel. Nach einem Wechsel des Autors an die Universität Bern wurde das Dissertationsmanuskript im Herbst 2015 abgeschlossen und von der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Bern angenommen. (…)

Prof. Dr. Christa Ebnöther (Universität Bern, Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. Archäologie der Römischen Provinzen) und Dr. Georg Matter (Kantonsarchäologe)

 

Jetzt erhältlich im Buchhandel oder bei:

www.librumstore.com

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