29.03.16
29.03.16

Thomas Stauss schreibt der Wiener Spiele Akademie

Durch Zufall bin ich auf Ihre Webseite der „Wiener Spieleakademie“ gestoßen und habe diese mit großer Begeisterung studiert. Wunderbar, dass sich Ihre Spieleakademie so intensiv dem Thema Spiel sowie der Ausbildung von Spieleautoren widmet.

Als Sammler von alten Spielen beschäftige ich mich seit über 25 Jahren mit der Geschichte von Spielen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts – also jener Zeitepoche, in der die Vielfalt an Spielen explosionsartig zunahm und im Zuge des aufkommenden Spiele- und Spielwarenmarktes einen beispiellosen Aufschwung erfuhr. Als Sammler musste ich feststellen, dass über diese spannende Zeit des „Spielerfindens“ leider kaum Literatur existiert, geschweige denn Fotomaterial von Originalspielen aus jener Zeit. Deshalb habe ich in den letzten acht Jahren intensiv zu diesem Thema geforscht und die Ergebnisse nun in einem reich bebilderten Kunstband mit über 400 hochwertigen Farbabbildungen im letzten Jahr bei LIBRUM publiziert.

Mit diesem Mail möchte ich Sie auf dieses Buch „Frühe Spielwelten – Zur Belehrung und Unterhaltung“ aufmerksam machen, welches insbesondere die geschichtlichen Wurzeln vieler noch heute aktueller Spiele und Spielideen näher beleuchtet.

Anhand der weltweit ersten illustrierten Lehr- und Spielmittelkataloge von Peter Friedrich Catel (1747–1791 / Berlin) und Georg Hieronimus Bestelmeier (1764–1829, Nürnberg) gibt mein Buch einen Überblick über die damalige Spielwelt. Eine bis heute kaum bekannte Spielwelt, die v.a. auch die Aufgabe hatte, Kindern und Jugendlichen Wissen in spielerischer Form zu vermitteln – und zwar in Form von Gesellschaftsspielen unterschiedlichster Ausprägung wie Laufspiele, Lottospiele, Lernspiele, ABC-Spiele, geografische, geschichtliche und naturwissenschaftliche Spiele; aber auch in Form von sogenannten „physikalischen Belustigungen“, deren Existenz bis vor kurzem noch kaum bekannt war.

Kurzum: eine phantastische aber „vergessene“ Spielwelt, die selbst Spiele-Experten und Spiele-Historiker in Erstaunen versetzen wird. Frühe Spielwelten ist als Nachschlage- und Referenzwerk gedacht, nicht nur für Spielforscher und -historiker, sondern auch als Inspirationsquelle für heutige Spieleautoren und nicht zuletzt für jene, die sich über die Spielwelt am Ende der Aufklärung „verzaubern“ lassen möchten; also jener Epoche, in der „spielerisches Lernen“ zum Leitgedanken der damals neu aufkommenden Pädagogik wurde.

Das Buch bietet reichhaltiges und wissenschaftlich fundiertes Quellenmaterial, eine ausführliche Bibliografie sowie ein Personenregister. Als Novum werden im Buch über 60 praktisch unbekannte Original-Spiele aus den oben aufgeführten Katalogen ausführlich dokumentiert und die Spielregeln erläutert (siehe Fotos in der Anlage). http://www.spieleakademie.ac.at/wordpress/

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