31.10.16
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Mehr Sichtbarkeit für die Tätigkeit der Fachstellen

Ein Kooperationsmodell für Publikationen

Internet und globalisierte Märkte haben in den vergangenen Jahren die publizistischen Möglichkeiten extrem erweitert. Inzwischen kann sich beinahe jeder seine eigene Publikation leisten und selbst verlegen, sei es als gedrucktes Buch in höherer Auflage, als Book-on-Demand in Kleinstauflagen, als online Blog, Open-access und einigen mehr. Dies führt jährlich zu einer grossen Menge neuer Publikationen auch im Bereich der Fachliteratur. Mit diesen alternativen Publikations- und Prdouktionswegen hat sich die Palette von relevanten Publikationen und die Möglichkeiten, diese aufzufinden stark vergrössert. Für die einzelnen Publikationen jedoch nimmt die Sichtbarkeit ab, was bedeutet, dass die Publizierenden stärker in die Bereiche Werbung und Vertrieb investieren müssen. Dies erfordert Mittel, die den gerade in Fachbereichen eher kleinen Verlagen in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Als sinnvolle Lösungen bieten sich hier Kooperationsstrukturen an.

Selbstverlag vermindert Sichtbarkeit

Kantonale Denkmalpflege- und Archäologie-Fachstellen sind von dieser Problematik in hohem Masse betroffen. Diese Schweizer Institutionen der Kulturgut-Erhaltung weisen eine stark föderalistische Verlagsstruktur auf. Ihre Publikationen wie Monographien, Fachzeitschriften oder Jahresberichte werden meist im Eigenverlag publiziert. Aufgrund fehlender Mittel für Marketing, heute ein Kernbereich der verlegerischen Tätigkeit, erhalten diese Publikationen nicht die Beachtung, die sie verdienen würden. Als Leistungsnachweise der betreffenden Fachstelle oder Institution haben sie zuwenig Aufmerksamkeit und folglich in der Bevölkerung und in der Politik zu wenig Gewicht. Kürzungen bei den Finanzen werden von Politikerinnen und Politikern meist dort verorgenommen, wo die geleistete Arbeit und deren Bedeutung zu wenig sichtbar wird.

Kooperationsmodell zur Optimierung von Kosten

Während die Publikation ihrer Arbeit und Resultate für die Fachstelle ein Muss ist, lassen sich die reinen Verlagsaufgaben auslagern. Schliessen sich mehere Fachstellen beim gleichen Verlag zusammen, lassen sich durch Kostensharing die Fixkosten für dessen Tätigkeit senken. Ein Verlag, der sich auf solche Modelle spezialisiert, ist LIBRUM Publishers & Editors, Basel/Hochwald (Schweiz). Vor fünf Jahren gegründet, konzentriert sich das Unternehmen unter anderem auf Verlagskooperationen (und inhaltlich auf historische Wissenschaften). Dieses stark partizipative Geschäftsmodell lässt sich modular gestalten, so dass die Verlagsleistungen lediglich im Vertrieb und Marketing für die Publikation bestehen können oder aber deren gesamte Produktion vom Manuskript an, umfassen. Attraktiv für die Partner ist dabei, dass das bisherige Erscheinungsbild der Publikationen nicht aufgegeben werden muss [und dei eigene Verlagsidentität gewahrt bleibt]. Je mehr Partner kooperieren, desto effizienter und attraktiver wird die Kostenteilung für die Beteiligten. Die dadurch bei den einzelnen Partnern frei werdenden Ressourcen können für deren Kernkompetenzen und den öffentlichen Auftrag verwendet werden. Gleichzeitig optimiert der Verlag die Sichtbarkeit und die Auffindbarkeit der Publikationen. Bei LIBRUM haben sich bereits verschiedene Institutionen zu solchen Kooperationen zusammengeschlossen, darunter etwa die Eidegenössische Technische Hochschule (ETHZ), die Kantonsarchäologien Aargau und Bern und der Schweizerische Burgenverein.

(NIKE Bulletin 5|2016)

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